Bundesgerichtshof | 2. Strafsenat: 2 StR 557/18

Tags hinzufügen

Sie können dem Inhalt selbst Schlagworten zuordnen. Geben Sie hierfür jeweils ein Schlagwort ein und drücken danach auf sichern, bevor Sie ggf. ein neues Schlagwort eingeben.

Beispiele: "Befangenheit", "Revision", "Ablehnung eines Richters"

Entscheidungstext


Formatierung

Dieses Urteil liegt noch nicht ordentlich formatiert vor. Bitte nutzen Sie das PDF für eine ordentliche Formatierung.

PDF anzeigen
ECLI:DE:BGH:2019:051119B2STR557.18.0

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS
2
StR 557/18

vom
5. November
2019
in der Strafsache
gegen

1.

2.

wegen fahrlässiger Tötung

-
2
-
Der 2.
Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-desanwalts und der Beschwerdeführer
am 5. November 2019
beschlossen:

Für die Verkündung der aufgrund mündlicher Verhandlung vom 25.
September 2019 ergehenden Entscheidung werden Ton-
und Fernseh-Rundfunkaufnahmen sowie Ton-
und Filmaufnahmen zum Zweck der öffentlichen Vorführung oder der Veröffentlichung ihres Inhalts unter folgenden Auflagen zugelassen:
1.
Zugelassen sind höchstens zwei TV-
bzw. Filmkameras auf Stativen an festgelegten Plätzen im Sitzungssaal. Es sind ge-räuscharme Kameras zu verwenden.
2.
Der Aufbau der Kameras ist spätestens 10 Minuten
vor Beginn der Verkündung einer Entscheidung abzuschließen.
3.
Während der Eröffnung der Urteilsgründe sind die Kameras an ihren Plätzen zu belassen. Soweit aus technischen Gründen eine fortwährende Bedienung der Kameras unabdingbar ist, darf je Kamera eine Person bei der Kamera verbleiben. Ein Hin-
und Herlaufen dieser Person ist zu unterlassen.
4.
Während der Eröffnung der Urteilsgründe sind die Kameras ausschließlich auf die Richterbank zu richten. Kamera-schwenks sind nur innerhalb des Bereichs der Richterbank zu-lässig. Aufnahmen der Verfahrensbeteiligten und der Zuhörer sind nicht zugelassen.
5.
Nach Ende der Eröffnung der Urteilsgründe sind die Kameras unverzüglich zu entfernen.
-
3
-
6.
Es gelten die auf der Homepage des Bundesgerichtshofs ver-öffentlichen Akkreditierungsbedingungen.

Gründe:
I.
Mit Blick auf die an die Pressestelle des Bundesgerichtshofs gerichtete Anregung des Südwestrundfunks, die Urteilsverkündung in der vorliegenden Sache filmen zu können, hat der Senat über die Anwendung von §
169 Abs.
3 Satz
1 GVG wie aus der Beschlussformel ersichtlich entschieden.

II.
1.
Nach §
169 Abs.
3 Satz
1 GVG kann das Gericht für die Verkündung von Entscheidungen in besonderen Fällen Ton-
und Fernseh-Rundfunkaufnahmen sowie Ton-
und Filmaufnahmen zum Zwecke der öffentli-chen Vorführung oder der Veröffentlichung ihres Inhalts zulassen. Zur Wahrung schutzwürdiger Interessen der Beteiligten oder Dritter sowie eines ordnungs-gemäßen Ablaufs des Verfahrens können die Aufnahmen oder deren Übertra-gung teilweise untersagt oder von der Einhaltung von Auflagen abhängig ge-macht werden (§
169 Abs.
3 Satz
2 GVG).
2.
Die Entscheidung steht im Ermessen des Gerichts. Dabei ist das In-formationsinteresse der Öffentlichkeit an dem gerichtlichen Verfahren gegen
die schutzwürdigen Interessen der Beteiligten abzuwägen (vgl. BT-Drucks. 1
2
3
-
4
-
18/10144, S.
17). Die Abwägung und Ausübung des Ermessens führt hier auch unter Berücksichtigung der bisherigen
Medienberichterstattung zu der im Tenor genannten Zulassung der Aufnahmen, zumal die Verteidigung keine Einwände erhoben hat und die Angeklagten zur Hauptverhandlung persönlich anwesend waren.

III.
Foto-, Bild-, Fernseh-
und Tonaufnahmen vor Beginn der Hauptverhand-lung und außerhalb der Verkündung der Entscheidung bleiben unberührt und sind

vorbehaltlich einer anderweitigen sitzungspolizeilichen Anordnung

zu-lässig.

Franke
Krehl
Eschelbach

Zeng
Meyberg

4
Meta

2 StR 557/18

05.11.2019